Schloss Sanssouci | Weinbergterrassen

Die berühmte Gartenansicht von Sanssouci entstand nach der Entscheidung Friedrichs des Großen, am Südhang des Bornstedter Höhenzugs einen terrassierten Weinberg anzulegen. Vormals standen auf der Anhöhe Eichen.

Weinbergterrassen am Schloss Sanssouci

Zu Zeiten des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. standen auf der Anhöhe Eichen. Dieser ließ die Eichen für den Ausbau der Stadt Potsdam und für die Befestigung des sumpfigen Bodens fällen. Zurück blieb ein „Wüsten Berg“, wie ihn Friedrich II. nannte.

Am 10. August 1744 gab Friedrich II. Order, diesen Wüsten Berg, am Südhang des Bornstedter Höhenzugs, einen terrassierten Weinberg anzulegen. Friedrich kannte bereits Weinpflanzungen auf dem Areal aus seiner Kronprinzenzeit.Friedrich Wilhelm I. ließ nämlich, nachdem er 1714 den bisherigen Lustgarten am Potsdamer Stadtschloss zu einem Exerzierplatz hatte umbauen ließ, nordwestlich des Brandenburger Tors den Marlygarten als Lust- und Küchengarten anlegen. Diese Flächen waren bislang von Potsdamer Bürgern als Gartenfläche genutzt worden. An dem Bornstedter Mühlenbergs wurden in diesem Zusammenhang auch erste Weinpflanzungen gesetzt.

Damit entstand die berühmte Gartenansicht von Sanssouci.

Bau der Weinbergterrassen

Die Weinbergterrassen wurden bis 1746 weitgehend fertig gestellt. Die Leitung des Projekts übernahm der Architekt Friedrich Wilhelm Diterichs. Die gärtnerischen Arbeiten übernahm Philipp Friedrich Krutisch.

Friedrich Wilhelm Diterichs gliederte den Südhang in sechs breite Terrassen mit zur Mitte hin bogenförmig nach innen schwingenden Mauern. Damit sollte die größtmögliche Ausnutzung der Sonnenstrahlung erzielt werden.

Auf der Weinbergterrasse wurden unterschiedliche heimischen Obst- und Weinsorten sowie ausländische Sorten angebaut. Die ausländischen Sorten waren in verglasten Nischen untergebracht. Zudem gab es Sommerhalbjahr 84 Orangenbäume in Kübeln, welche zwischen den Taxuspyramiden standen.

Weinbergterrassen mit 132 Stufen

In der Mittelachse führten ursprünglich 120 Stufen den Hang hinauf. Heute sind es sogar 132. Die Terrassen sind sechsmal unterteilt und verfügen zu beiden Seiten des Hanges über eine Auffahrtrampe.

Ab 1745 entstand unterhalb der Terrassen ein Ziergarten im barocken Stil mit Rasenflächen. In der Mitte entstand 1748 die „Große Fontäne“, ein vierpassförmiges Brunnenbecken.

Gruft

Friedrich II. war so stark mit seinem Schloss Sanssouci verbunden, dass der König sich auf der obersten Weinbergterrasse in einer Gruft beisetzen lassen wollte. Auch im Tode wollte er seinem Sanssouci nahe sein. Dieser Wunsch wurde ist erst 1991 in Erfüllung gegangen. Das Grab Friedrichs des Großen befindet sich auf der oberen Terrasse.

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