Schloss Sanssouci Innenräume | Informationen zu den Räumen

Schloss Sanssouci, Grundriss
Aufrisse der Hof- und Gartenseite und Grundriss, Baubüro Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, um 1744/45. Raumanordnung: 1 Vestibül, 2 Marmorsaal, 3 Audienzzimmer, 4 Konzertzimmer, 5 Arbeits- und Schlafzimmer, 6 Bibliothek, 7 Galerie, 8 Gästezimmer, 9 Gästezimmer, 10 Gästezimmer, 11 Gästezimmer „Voltairezimmer“, 12 Gästezimmer „Rothenburgzimmer“, 13 die Dienerzimmer (Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff – Stiftung Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg: Schloss Sanssouci, Potsdam 1996)

Das Schloss Sanssouci verfügt über mehrere Innenräume und Zimmer. Hier erhalten Sie Informationen zu den einzelnen Innenräumen, Zimmern & Sälen.

Schloss Sanssouci Innenräume

Im Mittelteil des Schlosses liegen in der Nord-Süd-Achse das Vestibül (Vorhalle) und der dem Garten zugewandte Marmorsaal. Nach Osten schließt die Königswohnung an, mit Empfangszimmer /Audienzzimmer, Konzertzimmer, Arbeits- und Schlafzimmer, Bibliothek und einer langgestreckten Galerie auf der Nordseite. Zusätzlich liegen fünf Gästezimmer westlich der beiden Mittelsäle. Alle Räume liegen auf einer Ebene und entsprechen so den Grundsätzen eines „Maison de plaisance“.

Die Haupträume liegen in Richtung Garten auf der Südseite. Die Dienerkammern sowie die Galerie liegen auf der Nordseite des Schlosses.

Das Schloss Sanssouci hatten keine Wohnräume für seine Gemahlin, Königin Elisabeth Christine. Friedrich II. schob sie ins Schloss Schönhausen im heutigen Berliner Stadtbezirk Pankow ab.

Die Innenräume des Schloss Sanssouci sind heute noch reich mit Möbeln, Porzellan, Gemälden und Plastiken vorwiegend aus dem 18. Jahrhundert ausgestattet.

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Anordnung Innenräume des Schloss Sanssouci (vereinfachte, eigene Darstellung)

 

Übersicht Innenräume Schloss Sanssouci

Zu den Innenräumen (siehe Karte) zählen

  • das Vestibül (1)
  • der Festsaal (Marmorsaal) (2)
  • Audienzzimmer (3)
  • Konzertzimmer (4)
  • Königswohnung mit Arbeits- und Schlafzimmer (5)
  • Bibliothek (6)
  • Kleine Galerie (7)
  • fünf Gästezimmer (8 bis 12)
  • davon „Voltairezimmer“ (11) und „Rothenburgzimmer (12)
  • Dienerzimmer (13)

Vestibül (1)

Das Vestibül, die sogenannte Vor- oder Eingangshalle, ist der erste Raum, welchen Besucher und Gäste betreten. Die in Gold und Silbergrau gehaltenen Halle hat einen eher strengen architektonischen Aufbau und vermittelt einen repräsentativen Eingangsbereich. Die enthaltenden Säulen wiederholen die gekuppelte Säulenstellung der Kolonnade des Ehrenhofs.

Über eine Flügeltür kann Richtung Süden der Marmorsaal betreten werden. Östlich befindet sich die Königswohnung und westlich die fünf Gästezimmer

Marmorsaal (2)

Der Marmorsaal diente als Festsaal und war auf der Gartenseite liegend. Er war aufgrund seiner Größe und Lage der Hauptraum des Schlosses. Der Mamorsaal hat einen ovalen Grundriss. Das Pantheon in Rom war Vorbild für die durch eine Lichtöffnung im Scheitelpunkt geöffnete Kuppel.  Der Mamor des Mamorsaales stammt aus Carrara und Schlesien und wurde in den Säulen, Wänden, Fensterlaibungen sowie in den ornamentalen Einlegearbeiten des Fußbodens verarbeitet.

Wie bereits im Ehrenhof begonnen und auch im Vestibül fortgesetzt befinden sich im Mamorsaal acht korinthische Säulenpaare aus Marmor mit vergoldeten Basen und Kapitellen. Die Decke verfügt über vergoldeten Stuckarbeiten mit kassettierten Feldern, militärischen Emblemen und in Medaillons dargestellten Attributen der Künste und Wissenschaften.

Königswohnung

Bei der Königswohnung (5) handelt es sich um die Wohnung von Friedrich des Großen.

Die drei der fünf Räume der königlichen Wohnung liegen in einer Enfilade. Das heißt, die Räume sind einander gereiht zu einer Zimmerflucht, wobei die Türöffnungen exakt gegenüberliegen.

Dazu gehören die

  • Audienz- und Speisezimmer (3)
  • das Konzertzimmer (4)
  • Schlaf- und Arbeitszimmer (5)

Zusätzlich verfügt die Königswohnung über eine Bibliothek und eine kleine Galerie. Da die Anzahl der Räume begrenzt war, verfügen die meisten Räume über mehrere Funktionen in der Königswohnung.

Audienzzimmer / Speisezimmer (3)

Das relativ kleine Audienzzimmer ist der erste Raum der Wohnung. Es verfügt über zahlreiche Gemälde mit vergoldeten Rahmen, welche gut mit dem lilafarbenen Seidendamast harmonieren. Es war im ersten Sinne das Empfangszimmer / Audienzzimmer in dem die Gäste auf die Audienz beim König warteten.

Das Audienzzimmer wurde aber auch als Speisezimmer unter anderem für die Mittagstafel von Friedrich des Großen genutzt. Der Mamorsaal diente hingegen nur für besondere Anlässe als Fest- und Speisesaal.

An das Audienzzimmer schließt das Konzertzimmer an.

Konzertzimmer (4)

Das Konzertzimmer zählt zu einem der schönsten Räume des deutschen Rokokos. Es wurde durch Spiegel optisch erweitert und beherbergt Malerei, Skulpturen und Kunsthandwerk. Es schafft durch seine filigranen Wand- und Deckenornamenten, welche Tiere, Pflanzen und Muscheln Formen der Natur darstellen, einen Übergang zum angrenzenden Garten.

Friedrich selbst war leidenschaftlicher und talentierter Querflötenspieler und nutzte diesen Raum als vor allem als Konzertzimmer. An diese Zeit erinnern unter anderem ein Hammerflügel, eine Flöte und ein Notenpult. Das Konzertzimmer wurde aber auch als zweites Audienzzimmer genutzt.

Arbeits- und Schlafzimmer (5)

Dieser Raum ist der einzige Schlossraum, welcher nicht mehr die ursprüngliche Innenausstattung ausweist. Der Raum wurde durch seinen Nachfolger und Neffen Friedrich Wilhelm II. im klassizistischen Stil umgestaltet.

Das Arbeits- und Schlafzimmer war zu Friedrichs Zeiten ein wichtiges Machtzentrum. Hier traf er sich mit seinen Kabinettsräten und Minister und formulierte Befehle, Verordnungen und Erlasse. Es war auch der Raum in dem er am 17. August 1786 in seinem Sessel starb.

Bibliothek (6)

In Anlehnung eines Grundrisses eines Arbeitszimmers des Schloss Rheinsberg wurde die Bibliothek entworfen. Sie beherbergt rund 2.200 Bücher, welche ursprünglich aus dem Stadtschloss stammen. Sie lag außerhalb der Enfilade und zeichnete sich durch ihre Lage als Ort der Konzentration aus. Nur Friedrich der Große durfte den Raum betreten.

Kleine Galerie (7)

Auch die Kleine Galerie gehörte zu den Privaträumen Friedrich des Großen.

Weitere Innenräume im Schloss Sanssouci

Gästezimmer (8 bis 12)

Das Schloss Sanssouci verfügte über mehrere Gästezimmer. Diese grenzten westlich an den Marmorsaal an und hatten Fenster zur Gartenseite. Die Gästezimmer hatten jeweils auch Dienerzimmer und Kammern. Friedrich der Große hatte über die Jahre viele Gäste im Schloss. Wer das genau war ist nicht genau überliefert. Darunter waren aber wohl der französischer Philosoph und Schriftsteller Voltaire sowie der Graf Friedrich Rudolf von Rothenburg, ein enger Vertrauter Friedrichs. Ob Voltaire wirklich im Schloss Sanssouci übernachtet hat oder im Potsdamer Stadtschloss, ist nicht sicher geklärt. Aber beide Gäste führten zu Namensgebung eines Raumes im Schloss.

Dienerzimmer (13)

Die Dienerzimmer und Kammern zu den jeweiligen Gästezimmern.

Weitere Informationen zum Bau und zur Architektur des Schloss Sanssouci erhalten sie hier.

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