Schloss Sanssouci im Park Sanssouci

Innenräume des Schloss Sanssouci

Tauchen Sie ein in die prachtvollen Innenräume des Schlosses Sanssouci, die noch heute mit Möbeln, Porzellan, Gemälden und Plastiken aus dem 18. Jahrhundert geschmückt sind. Erfahren Sie mehr über die einzelnen Räume, Säle und erhalten Sie Empfehlungen für weiterführende Literatur.

Schloss Sanssouci Innenräume

Der Mittelteil des Schlosses Sanssouci erstreckt sich entlang der Nord-Süd-Achse und umfasst das Vestibül (Vorhalle) sowie den zum Garten hin geöffneten Marmorsaal. In östlicher Richtung schließt sich die königliche Wohnung an, bestehend aus Empfangszimmer, Audienzzimmer, Konzertzimmer, Arbeits- und Schlafzimmer, Bibliothek und einer langgestreckten Galerie auf der Nordseite. Zusätzlich befinden sich fünf Gästezimmer westlich der beiden Mittelsäle. Alle Räume sind auf einer Ebene angeordnet und folgen damit den Prinzipien einer „Maison de plaisance“.

Die wichtigsten Räume sind zur Südseite, dem Garten zugewandt. Dienerkammern und die Galerie befinden sich auf der Nordseite des Schlosses.

Auffällig ist, dass Schloss Sanssouci keine Wohnräume für Königin Elisabeth Christine hatte. Friedrich II. verlegte ihren Wohnsitz stattdessen nach Schloss Schönhausen im heutigen Berliner Stadtbezirk Pankow.

Die prachtvollen Innenräume des Schlosses Sanssouci sind bis heute reich mit Möbeln, Porzellan, Gemälden und Plastiken, vorwiegend aus dem 18. Jahrhundert, ausgestattet.

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Anordnung Innenräume des Schloss Sanssouci (vereinfachte, eigene Darstellung)

 

Übersicht Innenräume Schloss Sanssouci

Zu den Innenräumen (siehe Karte) zählen

  • das Vestibül (1)
  • der Festsaal (Marmorsaal) (2)
  • Audienzzimmer (3)
  • Konzertzimmer (4)
  • Königswohnung mit Arbeits- und Schlafzimmer (5)
  • Bibliothek (6)
  • Kleine Galerie (7)
  • fünf Gästezimmer (8 bis 12)
  • davon „Voltairezimmer“ (11) und „Rothenburgzimmer (12)
  • Dienerzimmer (13)

Vestibül (1)

Das Vestibül, auch als Vor- oder Eingangshalle bekannt, bildet den ersten Eindruck für Besucher und Gäste des Schlosses Sanssouci. Die Halle ist in Gold und Silbergrau gehalten, zeigt einen eher strengen architektonischen Stil und präsentiert einen repräsentativen Eingangsbereich. Die Säulen in der Halle wiederholen die gekuppelte Säulenstellung der Kolonnade des Ehrenhofs.

Durch eine Flügeltür kann man in südlicher Richtung den Marmorsaal betreten, während sich östlich die Königswohnung und westlich die fünf Gästezimmer befinden.

Schloss Sanssouci, Grundriss
Aufrisse der Hof- und Gartenseite und Grundriss, Baubüro Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, um 1744/45. Raumanordnung: 1 Vestibül, 2 Marmorsaal, 3 Audienzzimmer, 4 Konzertzimmer, 5 Arbeits- und Schlafzimmer, 6 Bibliothek, 7 Galerie, 8 Gästezimmer, 9 Gästezimmer, 10 Gästezimmer, 11 Gästezimmer „Voltairezimmer“, 12 Gästezimmer „Rothenburgzimmer“, 13 die Dienerzimmer (Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff – Stiftung Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg: Schloss Sanssouci, Potsdam 1996)

Marmorsaal (2)

Der Marmorsaal des Schlosses Sanssouci fungierte als Festsaal und lag auf der Gartenseite, wodurch er aufgrund seiner Größe und Lage zum Hauptsaal des Schlosses avancierte. Mit einem ovalen Grundriss und einer von einer Lichtöffnung im Scheitelpunkt geöffneten Kuppel wurde der Saal vom Pantheon in Rom inspiriert. Der Marmor für den Marmorsaal stammt aus Carrara und Schlesien und wurde in den Säulen, Wänden, Fensterlaibungen sowie in den ornamentalen Einlegearbeiten des Fußbodens verarbeitet.

Die Gestaltung des Marmorsaals setzt die im Ehrenhof begonnene und im Vestibül fortgesetzte Tradition fort. Acht korinthische Säulenpaare aus Marmor mit vergoldeten Basen und Kapitellen zieren den Saal. Die Decke beeindruckt mit vergoldeten Stuckarbeiten, kassettierten Feldern sowie militärischen Emblemen und Attributen der Künste und Wissenschaften, die in Medaillons dargestellt sind.

Königswohnung

Die Königswohnung (5) im Schloss Sanssouci war die private Residenz von Friedrich dem Großen.

Die drei der insgesamt fünf Räume der königlichen Wohnung sind in einer Enfilade angeordnet, was bedeutet, dass die Räume hintereinander in einer geraden Linie liegen und die Türöffnungen jeweils exakt gegenüberliegen. Zu den Räumen gehören

  • das Audienz- und Speisezimmer (3),
  • das Konzertzimmer (4) sowie
  • das Schlaf- und Arbeitszimmer (5).

Zusätzlich zur Enfilade verfügt die Königswohnung über eine Bibliothek und eine kleine Galerie. Aufgrund der begrenzten Anzahl von Räumen erfüllten die meisten von ihnen mehrere Funktionen in der Königswohnung.

Audienzzimmer / Speisezimmer (3)

Das vergleichsweise kleine Audienzzimmer bildet den Eingangsbereich der königlichen Wohnung. Die Wände sind mit zahlreichen Gemälden in vergoldeten Rahmen geschmückt, die harmonisch mit dem lilafarbenen Seidendamast der Raumausstattung korrespondieren. Ursprünglich fungierte es als Empfangs- und Audienzzimmer, in dem die Gäste auf ihre Audienz beim König warteten.

Neben seiner ursprünglichen Funktion diente das Audienzzimmer auch als Speisezimmer, insbesondere für die Mittagstafel von Friedrich dem Großen. Im Gegensatz dazu wurde der Marmorsaal nur zu besonderen Anlässen als Fest- und Speisesaal genutzt.

Das Konzertzimmer schließt direkt an das Audienzzimmer an und bildet einen weiteren Raum in der Enfilade der königlichen Wohnung

Konzertzimmer (4)

Das Konzertzimmer gilt als einer der herausragendsten Räume des deutschen Rokokos. Durch geschickt platzierte Spiegel wirkt der Raum optisch erweitert und beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Malerei, Skulpturen und Kunsthandwerk. Die filigranen Wand- und Deckenornamente, die Tiere, Pflanzen und Muscheln darstellen, schaffen eine harmonische Verbindung zur Natur und dem angrenzenden Garten.

Friedrich der Große, selbst ein leidenschaftlicher und talentierter Querflötenspieler, nutzte das Konzertzimmer vor allem für musikalische Darbietungen. Der Raum ist mit einem Hammerflügel, einer Flöte und einem Notenpult ausgestattet, die an diese Zeit erinnern. Neben seiner Funktion als Konzertzimmer wurde es auch als zweites Audienzzimmer genutzt.

Arbeits- und Schlafzimmer (5)

Das Arbeits- und Schlafzimmer ist der einzige Raum im Schloss, der nicht mehr die ursprüngliche Innenausstattung aufweist. Friedrich Wilhelms II., der Nachfolger und Neffe Friedrichs des Großen, gestaltete den Raum im klassizistischen Stil um.

Während Friedrichs Regierungszeit war dieser Raum ein zentrales Machtzentrum. Hier traf er sich mit seinen Kabinettsräten und Ministern, um Befehle, Verordnungen und Erlasse zu formulieren. Darüber hinaus war es der Raum, in dem Friedrich am 17. August 1786 in seinem Sessel verstarb.

Bibliothek (6)

Die Bibliothek im Schloss Sanssouci wurde nach dem Grundriss eines Arbeitszimmers im Schloss Rheinsberg gestaltet. Mit etwa 2.200 Büchern, ursprünglich aus dem Stadtschloss, war sie ein Ort der Konzentration und lag außerhalb der üblichen Zimmerflucht. Der Raum durfte nur von Friedrich dem Großen betreten werden.

Kleine Galerie (7)

Die Kleine Galerie war ebenfalls Teil der Privaträume Friedrichs des Großen.

Weitere Innenräume im Schloss Sanssouci

Gästezimmer (8 bis 12)

Das Schloss Sanssouci beherbergte mehrere Gästezimmer, die sich westlich des Marmorsaals befanden und Fenster zur Gartenseite hatten. Jedes Gästezimmer war mit eigenen Dienerzimmern und Kammern ausgestattet. Friedrich der Große empfing im Laufe der Jahre zahlreiche Gäste im Schloss, darunter möglicherweise den französischen Philosophen und Schriftsteller Voltaire sowie den Grafen Friedrich Rudolf von Rothenburg, einen engen Vertrauten Friedrichs. Es ist nicht genau dokumentiert, ob Voltaire tatsächlich im Schloss Sanssouci übernachtete oder im Potsdamer Stadtschloss, aber beide Gäste trugen zur Namensgebung eines Raumes im Schloss bei.

Dienerzimmer (13)

Die Dienerzimmer und Kammern waren den jeweiligen Gästezimmern zugeordnet.

Weitere Informationen zum Bau und zur Architektur des Schloss Sanssouci erhalten sie hier.

Weiterführende Literatur zum Thema Schloss Sanssouci Innenräume